Unter dem Namen Maria Trost 11 wurde am 22. Juli 2011 eine ganz spezielle Feuerwehrübung abgehalten. In Zusammenarbeit mit der Caritas OÖ, dem österreichischen Bundesheer, dem Roten Kreuz, der Polizei und der Rettungshundestaffel führte die Feuerwehr Rohrbach diese Übung durch. Eine Gruppe der Caritas Rohrbach war im Berger Wald, nähe der Wahlfahrtskirche Maria Trost unterwegs, als sie plötzlich einen Waldbrand bemerkten, und auf Grund der Rauchentwicklung nicht mehr flüchten konnten. Die Feuerwehr und die anderen Einsatzorganisationen wurden alarmiert. Schnell konnte festgestellt werden, dass ein Zufahren mit Rettungsfahrzeugen nicht möglich war. Daher wurde eine Unterstützung mit Hubschraubern angefordert. Das österreichsiche Bundesheer war mit einem Hubschrauber Agusta Bell 212 zur Hilfe. Beim "Zizlbauer" in Berg bei Rohrbach konnte ein entsprechender Landeplatz gefunden werden. Mit allen Verantwortlichen wurde ein Erkundungsflug durchgeführt, der Brand und die eingeschlossenen Personen wurden lokalisiert. Priorität hatte die Rettung der vier eingeschlossenen Personen. Ein Flugretter des ÖBH wurde zu den Verletzten abgeseilt, mit zwei Rettungsflügen konnten die eingeschlossenen Personen aus dem Brandgebiet geflogen werden und dem Roten Kreuz zur Versorgung übergeben werden.
Nun galt es, den Waldbrand zu bekämpfen. Übungsannahme war, dass es nicht möglich sei, mit Feuerwehrfahrezugen und Gerätschaft zum Waldbrand zuzufahren. Diese Annahme war am Maria-Trost-Berg nur fiktiv, aber die Erfahrung aus Waldbrandbekämpfungen zeigt, dass dies in steilem Bereich oft notwendig ist. Der Flughelferstützpunkt Rohrbach ist unter anderem auch bei Brandeinsätzen beispielsweise im gesamten Böhmerwald zuständig. Mannschaft wurde zum Einsatzort geflogen und dort mit der Winde abgeseilt. Es folgte ein Transportflug von Feuerwehrgerätschaft. Mit dieser Mannschaft und Gerätschaft konnte der Brand schnell bekämpft werden. Nach Einsatzende musste natürlich Mannschaft und Gerät wieder zurück zum Landeplatz geflogen werden.
Bei der Übungsnachbesprechung wurde festgestellt, dass die Zusammenarbeit verschiedenster Organisationen für einen Einsatzerfolg sehr wichtig ist. Oberstes Ziel war, Erfahrung austzutauschen, die Gefahren zu kennen und Besonderheiten im Umgang mit Hubschraubern zu beüben. Vor allem bei größeren Waldbrandsituationen ist die Feuerwehr auf die Zusammenarbeit mit Fluggeräten angewiesen. Die Flughelfer der Feuerwehr Rohrbach nehmen jährlich zwei Mal an Übungen mit Hubschraubern teil.
Fotogallerie von Johann Fillip